Erſte Scene.
Caſſandre⸗ träumeriſch auf der Vorbühne; Gille, im Hintergrunde des Theaters.
Caſſandre.
Der Teufel ſoll mich holen, wenn ich einen zu⸗ gleich mit Geiſt, mit Ehrlichkeit und mit einem ſchlech⸗ ten Magen begabten Bedienten zu finden weiß, das heißt einen Menſchen, der die drei thevlogiſchen Tugenden der guten Diener beſitzt! Je weiter wir gehen, deſto weiter geht die Welt, und ſie geht vom Schlimmen zum Schlimmernz die guten Bedienten machen ſich ſel⸗ ten! Wohin des Teufels mögen ſie gegangen ſein? In ein Land, wo es keine Herren gibt. Ich habe des⸗ halb ſchon oft an Eines gedacht: meinen Dienſt ſelbſt zu verſehen; doch ich überlegte es mir: ich bin ein Mann von ſo zähem Geize, daß ich nie einwilligen würde, mir den Lohn zu geben, den ich verdiene; und da es, wenn ein Diener bei mir eintritt, meine erſte Bedingung iſt, daß ich ihn nicht zu beköſtigen habe, ſo würde ich unſtreitig Hungers ſterben. Wir wollen alſo auf dieſes wahnſinnige Project verzichten und einen Diener ſuchen, der weniger anſpruchsvoll iſt als ich. (Umherſchauend. Was ſehe ich denn dort?.. Ei! das iſt gerade ein Bedienter! er läuft wie Einer, der keine Ritz hat, beſtändig in die Luft ſchauend. He! Freund!.. Er hört mich nicht und ſchaut immer in die Luft... He! Freund!.. Hoffen wir, daß er einen Pflaſterſtein trifft und fällt... Plumps! da liegt er auf der Erde!(Quf Gille zugehend und ihn aufhebend.) Mein Freund, was läufſt Du noch?
S Mein Herr, ich laufe nicht mehr: Sie ſehen es wohl! Caſſandre, beiſeit,
Das iſt richtig; dieſer Burſche iſt voll Verſtand.
und ich, ich bin im Unrecht. Caut) Entſchuldige mich⸗
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