fivu
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„Du liebſt alſo alle Frauen, lockerer Geſelle?“
„Oh! nein, Herr Salvator, ich liebe nur Muſette, ſo wahr ich Fafiou heiße.“
„Und Mademoiſelle Fifine?“
„Ich liebe ſie nicht! ſie liebt mich, ſie läuft mir nach; doch ich, wenn ich ſie auf der einen Seite ſehe, entfliehe nach der andern.
„Ich rathe Dir daſſelbe zu thun, wenn Du Jean Taureau ſehen wirſt; denn ich werde nicht immer zur Zeit da ſein, um Dich ſeinen Händen zu ent⸗ ziehen.“
„Oh! das iſt ein ungeſchlachter Burſche!... Doch ich verzeihe ihm: wenn man eiferſüchtig iſt...“
„Ah) Du biſt auch eiferſüchtig?“
„Wie der Tiger der Königin Tamatave!“
„Es iſt alſo Muſette, die Du liebſt?“
„Um darüber an der Auszehrung zu ſterben! Sehen Sie, in welchem Zuſtande ich mich befinde: die Liebe verzehrt all' mein Fett, bei meinem Ehrenworte!“
„Wenn Du Muſette ſo ſehr liebſt, warum heira⸗ theſt Du ſie nicht?“
„Ihre Mutter widerſetzt ſich.“
„Dann mußt Du muthig Deinen Entſchluß faſſen, Junge, und auf dieſe Frau verzichten.“
„Ganz und gar nicht! Auf ſie verzichten? Ah! ja wohl! ich habe Geduld, ich werde warten.“
„Worauf wirſt Du warten?“
„Ich werde warten, bis die Mutter abgefahren iſt.. Das kann ihr früher oder ſpäter nicht fehlen.“
Salvator lächelte unmerklich über die grauſame Reſignation, mit der Fafivu das Hinſcheiden ſeiner Schwiegermutter abwartete, um die Bielgeliebte ſeines Herzens zu heirathen.
Die argwöhniſchen Leſer mögen aber nach dieſem keine zu ſchlimme Meinung von Fafion faſſen. Es war ein guter, braver Burſche, dieſer unglückliche Hans⸗


