Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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reiben: das waren ſeine Augenblicke der Gewiſſensbiſſe; — der Gewiſſenbiſſe und nicht der Reue, verſtehen wir uns wohl.

Unter ſeinem Namen Barthélemy Lelong hatte Jean Taureau zehn Jahre vorher zu legitimer Ehe eine ſanfte, redliche, arbeitſame Frau geheirathet, die ihm drei Kinder gebar. Nach Verlauf von ſechs Jah⸗ ren des Glückes war er Mademoiſelle Fifine begeanet, und von dieſem Tage datirte ſich das ſtürmiſche Leben, das er führte, das, ohne ihn ſelbſt glücklich zu machen, das Unglück ſeiner Frau und ſeiner Kinder vildete, welche vom Gatten und vom Vater nur die verdrieß⸗ lichen oder müden Stunden hatten.

Der Zimmermann fühlte wohl, daß ihn ſeine Frau wahrhaft liebte, während Mademoiſelle Fifine nicht einmal bemüht war, ſich den Anſchein zu geben, als liebte ſie ihn:— nein, was Mademviſelle Fifine ge⸗ liebt, angebetet hätte, das Weſen, für das ſie Toll⸗ heiten begangen hätte, wäre ein Schauſpieler geweſen!

Warum lag Barthélemy Lelong ſo viel an einer Frau, der ſo wenig an ihm lag, und warum blieb Mademviſelle Fifine, der ſo wenig an ihm lag, bei Barthélemy Lelong? Das iſt das, was uns Descartes, der Erfinder der hakenförmigen Atome, erklären könnte; das, was Jeder von uns einmal in ſeinem Leben em⸗ pfunden hat; das, was ſich durch das Wort eines mei⸗ ner Freunde zuſammenfaßt, den ich in Betreff ſeiner und ſeiner Geliebten fragte:„Aber da Ihr Euch nicht mehr liebt, warum bleibt Ihr beiſammen?“

„Was willſt Du? wir haſſen uns zu ſehr, um uns zu trennen.“

Mademoiſelle Fifine hatte ein Kind von Barthe⸗ lemy Lelong; Barthélemy Lelong betete dieſes Kind an, und mit dieſem Kinde beſonders bog ſie den Co⸗ loß, machte ihn kommen und gehen, wie mit dem Köder der Fiſcher den Fiſch kommen und gehen macht. In ihren Tagen der Bosheit, wenn ſie,— man weiß nicht

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