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vator, daß die erhabenen Geiſter den Schmerz nicht verachten und herunterſetzen dürfen, wie es die gemei⸗ nen Organiſationen thun. Der Schmerz iſt eines der Elemente der Natur, eines der Vervollkommnungsmittel zum Gebrauche Gottes! Wie viele Menſchen, Dichter, Künſtler wären unbekannt geblieben ohne einen großen Schmerz oder ein großes Gebrechen? Byron hat das Glück gehabt, hinkend geboren zu werden und eine zänkiſche Frau zu heirathen. Bhron verdankt, nicht ſein Genie,— das Genie kommt unmittelbar vom Himmel,— das Ausbreiten, das Erſchließen, das Auf⸗ blühen dieſes Genies ſeinen Mißgeſchicken. Carmelite wird ſein wie Byron, nicht ein großer Dichter, aber eine große Künſtlerin, eine Malibran, eine Paſta; et⸗ was mächtiger vielleicht, denn ſie wird unter den Frauen gelitten haben! Wäre ſie mit Colombau glücklich ge⸗ weſen? Das kann Niemand ſagen. Sie wird ohne ihn berühmt ſein, das verſichere ich.“
„Doch mittlerweile..2
„Mittlerweile hat ſie bei ſich einen Arzt, der ge⸗ ſchickter iſt, als ich.“
„Geſchickter als Sie? Erlauben Sie mir, das zu bezweifeln.. Und wer iſt dieſer Arzt?“
„Ein Mädchen, das glücklicher Weiſe nicht ein Wort von der Medicin weiß! das aber alle die enge⸗ liſchen Worte der Selbſtverleugnung und der Hin⸗ gebung kennt, mit denen man die Herzen heilt: eine ihrer Freundinnen, ein Zögling von St. Denis, wie ſie, Fragola genannt.“
Salvator lächelte und erröthete zugleich, als er ſo von ſeiner Geliebten ſprechen hörte.
Das Mädchen aber, das Ludovic am Arme hatte, verzog den Mund, als ſie ihn einer andern Frau ein ſo pomphaftes Lob ſpenden hörte, und begleitete dieſe
WMundverziehung mit einem ſo ſoliden Kneipen, daß ſich
der Arzt eines Schreis nicht erwehren konnte.


