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„Bei Gott! Herr Salvator,“ ſprach Ludovic,„es iſt mir durchaus nicht unangenehm, Sie in der Aus⸗ übung Ihrer Functionen zu ſehen! Ich brauche nicht weniger als dies, das betheure ich Ihnen, um nicht beharrlich zu glauben, Sie ſeien ein verkleideter Prinz.“
„Und mir auch,“ erwiederte Salvator dem Com⸗ plimente ausweichend,„mir iſt es auch ſehr lieb, daß ich Sie ſehe, einmal weil ich Sie ſehe und es mir Vergnügen macht, einem Manne von Herz und Talent die Hände zu drücken, ſodann weil Sie mir einige Nachrichten über die arme Carmelite geben werden. Wie geht es ihr?“
Ludovic machte eine unbemerkbare Bewegung mit
den Schultern. „Beſſer,“ antwortete er.
„Beſſer heißt nicht gut,“ entgegnete Salvator.
Ludovic ſtreckte ſeine Hand in den Sonnenſtrahl aus, der den reizenden Kopf ſeiner Gefährtin beleuchtete.
„Das wird ſie hoffentlich vollends wiederherſtellen!“
„Phyſiſch, ja,“ erwiederte Salvator;„doch mora⸗ liſch?.. Wie viel Jahre wird das arme Kind brau⸗ chen 2
„Um zu vergeſſen?“
„Oh! das ſage ich nicht! ich habe nicht nöthig ge⸗ habt, ſie zu ſehen, um überzeugt zu ſein, daß ſie nie vergeſſen wird.“
„Um ſich zu tröſten alſo?“
„Sie wiſſen,“ ſprach Salvator,„die Mißgeſchicke, über die man ſich am ſchnellſten tröſtet, ſind die unwie⸗ derbringlichen Mißgeſchicke.“
„Ja, ich weiß es wohl; ein Dichter ſagt:
„Ft rien n'est éternel, pas méme la douleur?)“
„Das iſt die Anſicht des Dichters.. Was iſt nun die Anſicht des Arztes?“
„Die Anſicht des Arztes iſt, mein lieber Herr Sal⸗
*) Und nichts währt ewig, nicht einmal der Schmerz.
ihr ſie,
vor


