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„Herr Salvator? bei Gott! das iſt. Herr Salvator!“
Pichts mehr; der Neugierige mußte ſich mit dieſer Antwort begnügen.
Nur wenn er Herrn Salvator durchaus ſehen wollte, und Herr Salvator war nicht in einem Gange begriffen, zeigte man ihm Herrn Salvator; und faſt immer traf der Blick des Fragenden den jungen Mann einen Streit ſchlichtend, einen Prozeß vergleichend, oder einem verkrüppelten Bettler, einer armen Witwe, die ein Kind auf ihren Armen trug und drei oder vier an ihrem Rocke hängende nachſchleppte, Almoſen ſpendend.
Hiedurch erfolgte, daß Käufer oder Verkäufer, Kranker oder Prozeßführer, Bürger oder Mann aus dem Volke, Jeder ihm etwas ſchuldig war; Dieſer einen Rath, Jener eine Lection, ein Anderer ein Almoſen. Und der Rath von Salvator war immer ſo gut, ſein Urtheil ſo richtig, ſeine Meinung ſo gerecht, daß meh⸗ rere Male der Commiſſär des Quartiers, verſtrickt in den unentwirrbaren Zwiſtigkeiten ſeiner Amtsuntergebe⸗ nen, insgeheim zu dem jungen Manne ging, um ſich bei ihm Raths zu erholen, oder ihn zu ſich kommen ließ, oder einfach die Parteien zu ihm ſchickte.
In dem Augenblicke, wo wir dieſe Erzählung wie⸗ der aufnehmen,— das heißt am Sonntag dem 23. März 1827, Morgens um zehn Uhr, war Salvator, wie ge⸗ ſagt, allein, doch nicht für lange, wie wir ſogleich ſehen werden.
In der That, aus der Thüre der Schenke, an deren Mauer er angelehnt war, kam ein Paar mit friſchen, roſigen Wangen, mit glänzenden Augen, mit leicht geöffneten Lippen und Schmelzzähnen hervor: zwei junge Leute, oder vielmehr ein junger Mann und ein Mädchen, leuchtend, funkelnd Beide wie der Son⸗ nenſtrahl, der ſie in dem Momente, wo ſie im Rahmen der Thüre erſchienen, übergoß.
Die Augen des jungen Mannes fielen auf Salva⸗
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