Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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bürger widerfahrene Beſchimpfung zu proteſtiren, folgten alle Einwohner dem Leichenbegängniſſe; man beerdigte den Leichnam an einem abgelegenen Orte. Einige Tage nachher ertheilte der Senat von Chambery dem Biſchof den Befehl, unverzüglich den Leichnam des Greiſes ausgraben zu laſſen und ihn mit allen gebräuchlichen Ceremonien in geheiligter Erde zu beſtatten.

Kurz vorher hatte aber dieſer Biſchof, der den Kirchhof nicht öffnen wollte, das Theater ſchließen laſſen; doch der Intendant der Provinz, der nicht die⸗ ſelben Gründe hatte, wie Seine Herrlichkeit, die Ko⸗ mödie zu fürchten, ließ es zum großen Verdruſſe des

Prälaten wieder öffnen, und die Truppe von Genf gab

hier Vorſtellungen unter gewaltiger Acclamation der

Stadt. Man war bei Weitem nicht ſo frei in Frankreich, als in Savoyen: der Director des Theaters von Amiens bekam den Beweis davon. Mademoiſelle Georges, die ſich damals des ganzen Glanzes ihrer Schönheit und ihres Talentes erfreute, ſollte, nach glorreichen Vorſtel⸗ lungen im franzöſiſchen Flandern, noch einmal in Amiens ſpielen und dann nach dem Süden abgehen;

doch es fand zwiſchen Saint⸗Acheul und dem Director

des Theaters ein Proceß ſtatt, der Mademoiſelle Geor⸗ ges die Stadt zu verlaſſen verhinderte; ſie ſollte vor ihrer Abreiſe im Leonidas von Pichat ſpielen, der damals in ganz Frankreich gegeben wurde; die Jeſuiten geſtatteten aber nicht, daß man den Sieg der Griechen

feierte, welche für das Kreuz tämpften, weil ſie zugleich

das Unrecht begingen, für die Freiheit zu kämpfen. Wir wiſſen heute, wer die Streiter waren, welche an dem Kampfe, den jeder Tag bedrohlicher machte, Theil nehmen ſollten; man kennt ſie alle, Militäre, Advocaten, Banquiers, Gelehrte, Induſtriemänner, Künſtler, Studenten. Von dieſer Zeit an ſah man unbeſtimmt im Schatten die Silhouette der Erben der großen Männer von 1789 erſcheinen, und, trotz der

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