Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

306

man ihn ſchon für blind hielt, und daß er zu dictiren genöthigt war, verlor Herr Villemain mehr als die Anderen, indem er ſeine Stelle verlor: er verlor ſein Brod, das ſeiner Frau und ſeiner Kinder. Allerdings fing er an ſeinen großen Ruf als Mann von redlichem Herzen und erhabenem Geiſte zu begründen, den er ſich bis auf dieſen Tag zu bewahren gewußt hat, und der ihm bis zu ſeinem Tode treu ſein wird.

Bei ſeinem Eintritte in den Saal des Inſtituts erinnerte ſich Jedermann des blinden Houdar de la Motte, der auf eine brutale Art von einem Menſchen wurde, an den er im Vorübergehen geſtoßen

atte. Ah! mein Herr! hatte der Dichter geſagt:Sie werden Ihre Lebhaftigkeit wohl bereuen: ich bin blind.

Die Regierung hatte eben ſo brutat geſchlagen, als der Vorübergehende; nur bereute ſie nicht.

Dieſe Entſetzungen hielten den Entwurf der Sup⸗ plik nicht auf.. Zur Wiedervergeltung hielt der Supplikentwurf den Geſetzesentwurf nicht auf.

Herr von Peyronnet ließ vertheidigen oder ver⸗ theidigte ſelbſt im Moniteur ſeinen Geſetzesentwurfz er nannte dieſes Werk, das ein Inquifitionstribunal zur Entſcheidung vor ſeinem Richterſtuhle hätte in An⸗ ſpruch nehmen können, ein Liebesgeſetz, ein Name, der dieſem Geſetze blieb und bleiben wird. Es war zuwei⸗ len ein äußerſt muthwilliger Geiſt, dieſer College von Herrn von Villele!

Die Supplik der Academie war nicht der einzige Proteſtationsact gegen das Liebesgeſetz. Alle Buch⸗ drucker Frankreichs vereinigten ſich, um zu petitivniren. Royer⸗Collard, ehmaliger Generaldireckor des Buch⸗ handels, übergab der Kammer ihre Petition: ſie war bedeckt von zweihundert dreiundzwanzig Unterſchriften.

Dieſes Geſetz, ein Geſetz der Zornes und der Rache, fing übrigens an ſeine Früchte zu tragen. Schon in den erſten Tagen der Discuſſivn war ein Stillſtand