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terne, verlegene Apologeten, welche bald die Verthei⸗ digung aufgaben und ſich darauf beſchränkten, daß ſie das Ungebührliche und ſogar Unconſtitutionelle der Supplik darzuthun ſuchten... Die Motion von Herrn Lacretelle wurde nichtsdeſtoweniger mit einer Stimmen⸗ mehrheit von ſiebenzehn gegen neun angenommen. Die Herren von Chäteaubriand, Villemain und Lacretelle wurden für Abfaſſung der Petition ernannt.
Unterrichtet von dem, was vorging, ſuchten die ehrwürdigen Väter von Montrouge, durch welche Schläge ſie die Academiker treffen könnten. Chäteaubriand war unverwundbar, da man ihn nach und nach aller ſeiner Aemter beraubt hatte; aber Villemain und Lacretelle waren Profeſſoren bei der philoſophiſchen Facultät. Am 18. Januar erſchien im Moniteur eine Ordonnanz, die von ihren Functionen abberief: Villemain, Reque⸗ tenmeiſter im Staatsrathe, Michaud, Vorleſer des Kö⸗ nigs, und Lacretelle, dramatiſchen Cenſor. Dieſer Staatsſtreich in Miniatur ſetzte Niemand in Erſtaunenz man erwartete nun, Villemain und Lacretelle von den Functionen, mit denen ſie bei der Univerſität betraut waren, abberufen und den Cortége der berühmten in Ungnade Gefallenen, die man Roher⸗Collard, Guizot, Couſin, Poinſot nannte, anwachſen zu ſehen.
Der König,— dieſer arme in der Jagd und in der Devotion lebende König,— war dergeſtalt der Sehkraft beraubt durch ſeine ſeltſamen Verblender, daß er vergaß, es erheben alle dieſe in Ungnade gefallenen Royaliſten die Stimme nur gegen die Abkömmlinge von Ravaillac aus Liebe für Heinrich W.!
Doch für die ausgeſprochene Ungnade und in Vor⸗ herſehung derjenigen, welche ihrer harrte, erhielten die drei Academiker in der Sitzung vom 18. die Glück⸗ wünſche und die Umarmungen der ganzen illuſtren Ge⸗ ſellſchaft. Herr Villemain war beſonders der Gegen⸗ ſtand einer wohlverdienten Ovation; ohne ein anderes Erbe als ſein Talent, mit ſo geſchwächten Augen, daß
Die Mohicaner von Paris. IV. 20


