Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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Nachdem er um Erlaubniß gebeten, das um den Arm der Tänzerin geſchlungene Diamantenbracelet be⸗ wundern zu dürfen; nachdem er laut aufgeſchrieen über den Reichthum dieſer Haut einer Biſamratte, welche zu ihren Lebzeiten entfernt nicht vermuthete, ſie werde nach ihrem Tode mit Gold und Perlen geſtickt werden, wagte es der Graf von Himmel, einer der beharrlichſten Anbeter der ſchönen Roſenha, ſie zu fra⸗ gen, ob ſie keine Idee habe, welche myſteriöſe Perſon ihr das Veilchenbouquet zugeworfen.

Hierauf erwiederte Roſenha ganz leiſe, faſt beiſeit:

„Graf, es iſt mein Beichtvater.“

„Wie! Ihr Beichtvater?“

„Nicht der alte; der neue.“

„Ich verſtehe nicht.“

„Das iſt doch ganz einfach, und ſogar noch ein⸗ facher für Sie, als für jeden Andern. Sie haben mei⸗ nen Entſchluß, ins Kloſter zu gehen, bekannt gemacht; da nun mein Engagement heute beendigt iſt, und mein Noviziat morgen beginnt, ſo können Sie es nicht ſchlimm finden, daß mein neuer Gewiſſensrath begierig war, ſo bald als möglich die Bekanntſchaft ſeiner No⸗ vize zu machen.“

Der alte Graf von Aspern, der die Antwort von Roſenha nicht gehört hatte, richtete dieſelbe Frage an ſie, und ſie antwortete ihm ebenfalls leiſe:

„Graf, ich kann Ihnen wohl die Wahrheit ge⸗ ſtehen, da Sie es ſind, der das Gerücht verbreitet, ich werde heirathen; und beiläufig geſagt, ich weiß nicht, warum Sie mir einen ſolchen Streich ſpielen, während ich für Sie mehr Schwäche habe, als für einen von den hier anweſenden Herren.. Nun wohl, Graf, es iſt das Bougquet meines Bräutigams; die weiße Roſe iſt das Symbol meiner Tugend und das Veilchen das ſeiner Beſcheidenheit. Riechen Sie an dieſe Veilchen, Graf, und ſuchen Sie den Wohlgeruch davon zu be⸗ wahren.“