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der Sendung hatte bei der Tänzerin eine lebhafte Neugierde, zu erfahren, was der Brief enthielt, erregt.
Da hatte ſie das Billet entfaltet, geleſen, war einen Augenblick nachdenkend geblieben, hatte es wieder geleſen und ſich in eine zweite Träumerei noch tiefer als die erſte zu verſenken geſchienen. Endlich, nachdem ſie einen letzten Blick auf die Unterſchrift geworfen, faltete ſie den Brief wieder zuſammen, ſteckte ihn in ſeine biſamduftende Hülle und befeſtigte den indiſchen Nazzer an ihrem Gürtel.
Sodann, als wollte ſie nach ihrer Bequemlichkeit eine ſüße Gemüthsbewegung genießen, von der ſie die Gegenwart aller dieſer Ueberläſtigen zerſtreut hätte, ließ ſie ihren Anbetern durch das Organ von Mademvoiſelle Mirza ſagen, ſie bitte noch um zehn Minuten, um zu ruhen und zu athmen.
Nach Ablauf dieſer zehn Minuten rief ſie ihrer Kammerfrau und befahl ihr, die Thüre zu öffnen.
Sie lächelte und zuckte vor Mitleid die Achſeln, als ſie bei Annäherung der Kammerfrau ihre Schmeichler brüllen hörte, wie bei Annäherung des Fütterers die Thiere des Circus brüllten.
Sie ſtürzten durch die Thüre der halb geöffneten Loge mit dem Ungeſtüm, mit dem die Woge durch die Schleuſe ſtürzt.
Wonach die Proceſſion begannz Jeder defilirte vor der Tänzerin, welche nachläſſig auf ihrem Canapé lag,
und küßte ihr die Hand.
Wir wollen unſere Leſer und beſonders unſere Le⸗ ſerinnen mit den faden Complimenten verſchonen, welche zu den Füßen der ſchönen Roſenha ſtrandeten; bei einem kleinen Unterſchiede in der Form, war der Grund von jedem derſelbe:„Sie ſind ſchön wie die Liebes⸗ götter, und Sie tanzen wie ein Engel!“
Die Tänzerin hörte ſie ungefähr wie die Gotthei⸗ ten an, an die wir unſere Gebete richten; wie ſie, ließ ſie ihren Geiſt in den hohen Regionen ſchweben,


