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frauen im Allgemeinen und der Kammerfrauen von Schauſpielerinnen insbeſondere charakteriſirt:
„Meine Herren, die Signora Roſenha iſt in Ver⸗ zweiflung, daß ſie Sie muß warten laſſen; doch ſie iſt ein wenig leidend, und ſie bittet Sie, wenn Sie durch⸗ aus bleiben wollen, noch um zehn Minuten Ruhe.“
Es war bei dieſer Nachricht ein wahres Hurrah! Zehn Minuten warten in dieſem engen Raume, der äußeren Luft beraubt, das gab ſicherlich ein paar Ohn⸗ machten für die zarten Lungen der Diplomatie, und eben ſo viel Hirncongeſtionen für die dicken Schädel der Banquiers!
Man murrte ſtark.
„Ah!“ ſagte die Marton,„ich glaube, man murrt vort? Meine Herren, nach Belieben: Jedem ſteht es frei, zu bleiben, aber noch mehr frei, zu gehen.“
„Charmant! charmant!“ riefen mehrere Stimmen, den franzöſiſchen Accent affectirend.
„Wir bewilligen die zehn Minuten, doch nicht eine Secunde mehr!“ ſprach ein dicker Banquier, der gewohnt war, ſeinen Schuldnern keine Friſt zu gewähren.
„Es iſt gut, es iſt gut,“ ſagte Mademviſelle Mirza, während ſie die Thüre wieder ſchloß,„die Signora iſt benachrichtigt, und brauchte ſie eine Minute, zwei Mi⸗ nuten, zehn Minuten mehr, ſo wird ſie Sie nicht dar⸗ um bitten: ſie wird dieſelben nehmen. Was Teufels, man muß wohl Athem ſchöpfen!“
Und der Riegel des Schloſſes knirſchte in der Schließkappe.
Es war aber weder das Verlangen nach Ruhe, noch das Bedürfniß, zu athmen, was den Eintritt des Hoſes von Roſenha, den officiellen Empfang ihrer An⸗ beter verzögerte: ſie war längſt angekleidetz doch das diamantene Armband, das den Biſamſack des Indiers umſchloß, anſchauend und den Sack ſelbſt ein wenig öffnend, hatte ſie einen Brief erblickt, und der Werth des koſtbaren Sackes verbunden mit der Originalität


