Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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die ſchillernden Stoffe von Atlaß, von Brocat, von Seide und Gold von etwa dreißig Almeen erſcheinen, und im Mittelpunkte, als die vornehmſte Blume des Straußes, die anderen Blumen um die Höhe des Ko⸗ pfes überragend und ſich gleichſam vor den Augen der Zuſchauer öffnend, die Königin der Almeen, die Göttin der Schönheit und der Grazie, die als Frau verkörperte Blume, welche man die Signora Roſenha Engel nannte.

Das war ein einſtimmiger Schrei, ein ungeheures Hurrah, ein allgemeines Beifallklatſchen, und aus den Logen, aus dem Orcheſter, vom Parterre entflogen, wie die Raketen eines wohlriechenden Feuerwerks, tauſend Sträuße, welche, rings um die Almeen niederfallend, bald den Boden beſtreuten und aus der Bühne einen Ruhealtar des Frohnleichnamsfeſtes, eine Art von glänzendem, balſamiſch duftendem Altar machten, deſſen Prieſterinnen die Almeen zu ſein ſchienen, deſſen Gott⸗ heit aber in der That Roſenha Engel war.

Wer je in Italien gereiſt iſt, kennt das anhal⸗ tende Beifallklatſchen, die wüthenden Bravos, das lei⸗ denſchaftliche Geſchrei der Menge für ſeine Lieblings⸗

künſtler; nun wohl, wir ſtehen nicht an, zu behaupten, daß nie in Mailand, Venedig, Florenz, Rom und ſogar in Neapel geräuſchvollere, einſtimmigere, beſſer verdiente Acclamationen erſchollen.

Schauſpiel und Zuſchauer, Erzherzoge, Prin⸗ zen, Prinzeſſinnen, Höflinge, Alles verſchwand von dieſem Augenblicke: eine Colonie von zweitauſend Perſonen lebte ohne Unterſchied des Ranges und des Titels vermengt in den Zauberlandſchaften Indiens. Die zwei Stunden, die man in Betrachtung der Loge des Generals zugebracht, hatten die Menge trefflich vorbereitet, mit ihm zu reiſen, und während der gan⸗ zen Dauer des Ballets wurde dieſe im kaiſerlichen Theater enthaltene ariſtokratiſche, intelligente Fraction der Bevölkerung Wiens völlig indiſch und war bereit,