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Um mani pàdmei um!
Heu! gemma lotus heu! eine Hymne an den Diamant Nenufar gerichtet, die, ſagen die Einwohner von Thibet, in gerader Linie die⸗ jugen⸗ welche ſie ſingen, ins Paradies von Buddha ührt.
Als ſie dieſe indiſche Decoration ſahen, als ſie dieſes indiſche Lied hörten, das die Hirten im Chor ſingen, wenn ſie von der Weide die Ziegen⸗ und Schaaf⸗ herden zurückführen, erkannten ſie das Ballet, das ge⸗ geben werden ſollte. Es war eine Nachahmung, halb Oper, halb Pantomime, des alten indiſchen Stückes vom Dichter Calidaſa, von dem wir um dieſelbe Zeit eine Keberſetzung in Frankreich gehabt haben, eine Ueberſetzung bekannt unter dem Namen Reconnaissance de Sacountala. Ein junger Wiener Dichter, nachdem er den ſtrahlenden Cortsge des indiſchen Generals hatte vorüberziehen ſehen, hatte die zarte Aufmerkſamkeit ge⸗ habt, ihm, der Dichter allein, einen königlichen Em⸗ pfang dadurch zu bereiten, daß er ihn, befürchtend, er ſehne ſich danach, an die Lieder, die Trachten, die Tänze und den blauen Himmel ſeiner Heimath erinnerte.
Die zwei Freunde waren gerührt und zugleich ver⸗
blüfft durch die Feierlichkeit, als deren Helden ſie ge⸗
wiſſer Maßen erſchienen. In der That, in dem Augen⸗ blicke, wo der Chor, die letzte Strophe des Pantum ſingend, ſich gegen ſie umwandte, als wäre dieſe letzte Phraſe an ſie gerichtet, wandten ſich auch alle Blicke nach ihrer Loge, und trotz der Anweſenheit der kaiſer⸗ lichen Familie und aller dieſer deutſchen Prinzen er⸗ ſchollen Bravos, welche vergeſſend, die beſonders in Wien ſo geachtete officielle Macht zu begrüßen, dieſe ppetiſche Macht des Reichthums und des Geheimniſſes i die überall und zu allen Zeiten ſo hinreißend wirkte.
Plötzlich ging der Kreis des Chors auseinander, und, wie ein Bouguet in einer Alabaſtervaſe, ſah man


