Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182

entlehnend, welche die öſterreichiſche Apanage des Erben Napoleons bilden ſollten, gegeben hatte.

Es war alſo der Herzog von Reichſtadt, den der indiſche General und ſein Freund ſo ungeduldig erwar⸗ teten, und das Mädchen, auf dem alle ihre Hoffnungen beruhten, war die berühmte Roſenha Engel, wegen der ganz Wien, wie wir am Anfange des vorhergehenden Kapitels geſehen haben, in Aufruhr gerathen war.

N der Don Juan beendigt war,— mit ſpärli Beifall der Menge, welche, trotz der Ehr⸗ furcht, die ſie für die Meiſterwerke hegt, in der Regel die Vergangenheit der Gegenwart opfert,— kamen aus allen dieſen, während der Oper ſtillen, Logen tauſend verworrene Geräuſche von Plaudereien hervor, ziemlich ähnlich dem Geſumme der Bienen oder dem Geſchwätze der Vögel, wenn ſie freudig und lärmend die erſten Stunden des Morgens begrüßen.

Der Zwiſchenact dauerte ungefähr zwanzig Minu⸗ ten, und die zwei Freunde wandten dieſe zwanzig Mi⸗ nuten dazu an, daß ſie aufs Neue alle Logen eine nach der andern inſpicirten; doch der Prinz war offenbar

in keiner von dieſen Logen, die ſie ihrer Inſpection

unterwarfen.

Der Orcheſterchef gab das Signal zur Ouverture des Ballets, und nach einigen Vorſpielphraſen ging der Vorhang abermals auf.

Das Theater ſtellte eine von den Vorſtädten einer indiſchen Stadt vor,— mit ihren Kiosken und ihren Pagoden, ihren Statuen von Brahma, Schiwa, Ganeſa und Lachme, Göttin der Güte; im Hintergrunde die goldenen Ufer des Ganges funkelnd unter dem Dunkel⸗ blau des Himmels.

Eine Schaar junger Mädchen vom Kopfe bis zu den Füßen angethan mit langen weißen Kleidern rückte ge⸗ gen das Vordertheil der Bühne vor, und ſang dabei einen anbetungswürdigen Pantum deſſen Refrain war: