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„Ich komme auf entſetzliche Ideen zurück, mein lieber Gastano. Er iſt von einer ſchwachen Leibesbe⸗ ſchaffenheit, und er verbraucht Leben, der Unglückliche, wie es ein robuſter Mann machen würde.“
„Man übertreibt vielleicht die Schwäche ſeiner Ge⸗ ſundheit, wie man ſeine Exceſſe übertreibt. Laſſen Sie mich ihn nur von nahe ſehen, und ich werde wiſſen, woran ich mich zu halten habe. Er iſt, wie ich Ihnen geſagt habe, ſechzehn Jahre alt, oder er wird es in einem Monat ſein: in dieſem Alter ſteigt der Saft, und die Staude muß wohl ihre erſten Blätter treiben.“
„Gastano, erinnern Sie ſich deſſen, was uns vor⸗ geſtern ſein Arzt ſagte? Sie dienten mir als Dol⸗ metſcher, nicht wahr? Sie haben es nicht vergeſſen. Nun wohl, waren Sie nicht wie ich erſchrocken über das, was er uns von ſeiner mächtigen Energie und von der Schwäche ſeiner Conſtitution erzählte? Das iſt das große zerbrechliche Rohr, das beim geringſten Winde bebt und das Haupt neigt!.. Oh! warum kann ich ihn nicht mit uns nach Indien nehmen und in der Sonne abhärten, wie jene Bambus des Ganges, welche allen Orkanen trotzen!“
In dem Augenblicke, wo der General dieſe Worte vollendete, hob der Orcheſterchef ſeinen Stab empor und gab das Zeichen zur Ouverture des Don Juan von Mozart, dieſes Meiſterwerkes der deutſchen Muſik, welches die zwei Freunde hörten, ohne eine Miene zu verändern, befangen, wie ſie dies waren, durch die Ab⸗ weſenheit der Perſon, deren Erſcheinung ſie ſo unge⸗ duldig erwarteten.
Wir werden aber den Leſer nichts lehren, wenn⸗ wir ihm ſagen, daß die Perſon, die ſie erwarteten, das erlauchte unglückliche Kind war, welchem in der Wiege der Titel König von Rom zu Theil geweorden, und dem durch ein Patent vom 22. Juli 1818 Kaiſer Franz II, den Titel Herzog von Reichſtadt, dieſen, ſo tief hiſtoriſch gewordenen, Namen von einem der Güter


