Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

X*

—

179

debutirte ſie auf dem Theater von Granada; ſie ging ſodann auf die von Sevilla und Madrid über, und kam endlich nach Wien, empfohlen an den Unternehmer der kaiſerlichen Theater durch den öſterreichiſchen Ge⸗ ſandten beim ſpaniſchen Hofe. Es iſt nicht ihr Leben, was ich Ihnen erzähle, bemerken Sie das wohl, Ge⸗ neral; es iſt der Hauptinhalt der Ereigniſſe, di

ſelbe bilden.“ 3

„Und in Allem dem ſehen Sie?“

„Eine vollkommen würdige, vollkommen t kommen ergebene Seele.“

„Von der Sie glauben, man könne ihr vertrauen?“

„Der ich wenigſtens vertrauen würde.“

„Vertrauen Sie, mein lieber Gastano, ſo mögen Sie ſich denken, daß ich auch vertrauen werde oder vielmehr, ich habe ſchon vertraut, da mein Brief ganz geſchrieben hier in meinem Beutel iſt... Ich frage Sie aber, wird ſie genug Geiſt haben, um das Unge⸗ heure eines Projectes, wie das unſere, zu begreifen?“

„Die Frauen begreifen mit dem Herzen, General. Dieſe liebt: ſie muß den Ruf, den Ruhm, die Größe ihres Freundes wollen.“

„Doch wie erklären Sie, daß man, unter der Ueberwachung, deren Gegenſtand er iſt,— eine um ſo ſtrengere Ueberwachung, je mehr ſie verborgen,— wie erklären Sie, daß man dieſes Mädchen frei zu ihm ge⸗ langen läßt?“

„Er iſt ſechzehn Jahre alt, General, und die Ueberwachung der Polizei, ſo ſtreng ſie ſein mag, iſt in gewiſſen Fällen genöthigt, die Augen bei einem ſechzehnjährigen jungen Manne zu ſchließen, deſſen leb⸗ hafte, frühzeitige Leidenſchaften die eines fünfundzwan⸗ zigjährigen Mannes ſein ſollen. Ueberdies ſieht ſie ihn nur in Schönbrunn, wo ſie durch einen Gärtner ih Schloſſe, der für ihren Oheim gilt, eingeführt wird.“

„Ja, und von dem die zwei Kinder glauben, er ſei