Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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XCIV. Indiſche Luftſpiegelung.

Doch, ganz das Gegentheil dieſer M als ſie ihr Ziel gefunden, nur für ſie all keit zu haben ſchien, ließen die zwei Fiünde ihre Blicke an allen Logen zugleich umherſchweifen, ohne ſich im Geringſten um die edlen Prinzeſſinnen zu be⸗ kümmern, die den erſten Rang einnahmen, noch um die ſchönen Zuſchauerinnen, welche die andern Plätze beſetzt hatten; ſie hatten vielmehr das Ausſehen, als wollten ſie mit dem Strahle ihrer Augen die Tiefe der Salons durchdringen, um hier irgend einen Zuſchauer zu ſuchen, der noch abweſend oder ſo gut verborgen, daß ihre An⸗ ſtrengungen, ihn zu entdecken, vergeblich waren.

„Bei meiner Treue,“ ſagte der Indianer zu ſeinem Gefährten im Dialecte von Delhi, den Beide mit der⸗ ſelben Leichtigkeit wie die Eingeborenen zu ſprechen ſchienen,„dadurch, daß ich ſo angeſtrengt zu ſehen ſuche, ſehe ich nicht mehr: meine Augen trüben ſich! Und Sie, Gaötano, ſehen Sie etwas?“

„Nein,“ antwortete der Mann mit dem ſchwarzen Rocke;„doch ein ſehr wohl Unterrichteter hat mir ver⸗ ſichert, er werde, ſichtbar oder unſichtbar, dieſer Vor⸗ ſtellung beiwohnen.“

„Er iſt vielleicht krank!“

„Bei ſeinem eiſernen Willen wäre eine Krankheit,

ſogar eine ernſte, kein Hinderniß für ihn... Er wird

heute Abend hieher kommen, und müßte er in der

Sänfte kommen und ſich in ſeine Loge tragen laſſen.

Ich meinerſeits bin feſt überzeugt, daß er ſchon da iſt,

und daß er der Vorſtellung incognito, verborgen in Die Mohicaner von Paris. W. 12