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die ſo eben friſch aufgegangenen Blumen der jüngeren Linie von Baiern: die Prinzeſſinnen Joſephine, Eu⸗ genie, Amalie, Eliſabeth, Friederike, Louiſe und Marie, an einander gereiht.
Die an die kaiſerliche Loge von Oeſterreich und die königliche Loge von Baiern anſtoßenden Logen glichen einem heraldiſchen Walde, wo ſich die genealo⸗ giſchen Zweige der fürſtlichen Häuſer aller Heſſen durchkreuzten: Heſſen⸗Darmſtadt, Heſſen⸗Homburg, Heſ⸗ ſen⸗Rheinfeld, Heſſen⸗Rothenburg, Heſſen⸗Caſſel, Heſſen⸗ Kreuzberg, Heſſen⸗Philippsthal, Heſſen⸗Barchfeldz die Prinzeſſinnen von Nidda, von Hohenlohe, Wilhelmine von Baden, und die kleinen Prinzeſſinnen Bertha und Amalie, unmerkbare Knoſpen dieſes reichen Blumen⸗ ſtraußes*).
Dann kamen die Logen der Häuſer Wittenberg, Stuttgart, Neuſtadt, Montbéliard, Sachſen, Branden⸗ burg, Baden, Braunſchweig, Mecklenburg, Schwerin, Anhalt; der Prinzeſſinnen Marianne und Henriette, und der kleinen Prinzeſſin Thereſe, von der königlichen Seitenlinie Naſſau.
Was aber beſonders die Aufmerkſamkeit der Zu⸗ ſchauer auf ſich zog, war weder die kaiſerliche Loge von Oeſterreich, noch die königliche Loge von Baiern, noch alle dieſe anderen Logen, die über dem Par⸗ terre die lebendige Heraldik Deutſchlands entwickelten; es waren weder die Demantſträuße, welche ihre Strah⸗ len ausſandten, noch die Blumenkränze, welche ihre Wohl⸗ gerüche ausſandten, noch die roſigen mit Schmelz gefüt⸗ terten Lippen, die ihr Lächeln ausſandten;— nein.
Was alle Blicke auf ſich zog; was ein Gefühl der Bewunderung, beinahe der Begeiſterung erregte; was
*) Als Alerandre Dumas dieſes Kapitel ſchrieb, ſcheint er weder eine Topographie von Wien, noch einen Gothger Almanach bei der Hand gehabt in haben; wir können nur den franzoſiſchen Schriftſteler der Nach⸗ ſicht der Leſer empfehlen. Der Ueberſ.


