Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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„Sie ſind Roſe⸗de⸗Noél?“ ſagte er.

Sein Auge hatte in der That mit dem erſten Blicke, mit dem Blicke eines Malers, das Ganze der armſeli⸗ gen Kammer umfaßt: auf dem erſten Plane, vor ihm, das Mädchen mit dem rohen, um den Leib mittelſt ei⸗ nes Knotengürtels feſtgehaltenen und gefalteten Kleide, mit den bloßen Füßen und dem von einem rothen Schleier drapirten Kopfe; auf dem Balken, im zweiten Plane, die krächzende Krähe, halb unruhig, halb freu⸗ dig; endlich in den Tiefen der Kammer, den Rand ihres Korbes überragend, die Köpfe der Hunde bellend, kläffend, heulend.

. Es war wohl das von der kleinen Abeille ſkizzirte ild 6

„Sie ſind Roſe⸗de⸗Noöl?“ hatte Petrus gefragt. „Ja, mein Herr,“ erwiederte Roſe⸗de⸗Nosl; Sie kommen von Seiten der Prinzeſſin?“

„Das heißt, mein Kind,“ antwortete Petrus, das pittoreske Geſchöpf anſchauend, das er vor den Augen hatte,„das heißt, ich komme, damit wir Beide ihr eine Ueberraſchung bereiten.“

„Eine Ueberraſchung? Oh! ſehr gern! eine Ueber⸗ raſchung wird ihr Vergnügen bereiten?“

„Ich glaube es.“

„Was für eine Ueberraſchung?“

„Ich bin Maler, mein Kind, und ich möchte gern für ſie ein Portrait von Ihnen machen.“

„Ein Portrait von mir? Das iſt drollig! Drei

oder vier Maler verlangen mein Portrait zu machen, und ich bin doch nicht hübſch.“

„Oh! im Gegentheile, mein Kind, Sie ſind reizend!“

Die Kleine ſchüttelte den Kopf.

„Ich weiß wohl, wie ich bin,“ ſagte ſie,„ich habe einen Spiegel.“

Und ſie zeigte Petrus ein Bruchſtück von einem Spiegel, das die Brocante, ihr Lumpenſammlerin-Ge⸗ werbe treibend, auf der Straße gefunden hatte.