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ſtand, der Sage nach, allen Verſuchungen des Teufels. Man ſchrieb dieſe Tugend, von der man nicht wußte, was man ſie zuſchreiben ſollte, der ſchlechten Geſund⸗ heit der Marquiſe zu; gegen das Ende von 1785 ſah man ſie in der That bleich, mager werden, abnehmen, ſo daß man ihr die Bäder von Forges rieth, welche damals ſehr in der Mode waren. So wirkſam die Bäder von Forges ſein mochten, nach Verlauf von einigen Monaten bemerkte man, daß ſie ungenügend waren, und der Arzt rieth ihr die irgend eines Dörf⸗ chens in Ungarn, ich glaube Rappt genannt...
„Aber, mein Oheim, das iſt ja der Name des Oberſten,“ unterbrach Petrus.
„Ich ſage Dir nicht das Gegentheil; warum ſoll es, da es auf der Erde ein Dorf gibt, das Rappt heißt, nicht auf der Welt einen Menſchen geben, der heißt wie dieſes Dorf?“
„Sie haben Recht.“
„Der Arzt, von dem ich rede, war ein ſehr geſchick⸗ ter Mann: die ſchöne kränkelnde Witwe reiſte am Anfang von 1786, bleich, abgemagert, entſtellt, ab; ſie blieb ſechs Monate in den Bädern und kam gegen das Ende vom Juni deſſelben Jahres friſch, geſund, dick und fett, ſchöner als je zurück. Das Gerücht von ihrem unzugänglichen Weſen hatte damals unter die Bewerber von Fräulein Yolande dieſelbe Verwirrung gebracht, welche unter die von Penelope die Rückkehr von Ulyſſes brachte; ich allein war bei der Abreiſe nicht verzweifelt, und ich verzweifelte nicht bei der Rückkehr. Das kam davon her, daß ich in beſonderem Auftrage an Kaiſer Jv⸗ ſeph IM. geſchickt,— die Antwort auf meine Depeche konnte erſt nach vierzehn Tagen gegeben werden,— die Idee hatte, einen Abſtecher nach lingarn zu machen und, da ich einmal in Ungarn, bis nach Rappt zu reiſen. Ich kann Dir nicht ſagen, was ich ſah, ohne geſehen zu werden; Alles aber, was ich ſah, gab mir die Ge⸗ wißheit, die ſtrenge Witwe ſei durchaus nicht ſo ſtreng,


