122
Ich begreife das ganz und gar nicht. Was wollen Sie? Es gibt ſolche Geheimniſſe bei den Frauen, und leider iſt Regina eine Frau.“
„Gut! vorhin nahmſt Du ſie als eine Halbgöttin an, und nun, weil ſie Dich nicht liebt und einen An⸗ dern heirathen wird, erniedrigſt Du ſie, während Du ſie liebſt, tief unter die Menſchheit.“
„Mein Oheim, wir ſind, wenn Sie ſich deſſen er⸗ innern wollen, nicht hier, um die Annehmlichkeiten, die Tugend oder das Mehr oder Weniger von Göttlich⸗ keit des Fräuleins von Lamothe⸗Houdan zu erörtern; wir ſind hier, um von Herrn Rappt zu reden.“
„Das iſt richtig... Siehſt Du, mein lieber Petrus, es ſind in der dunklen und krummen Geſchichte dieſes Menſchen zwei Myſterien; das eine iſt mir ent⸗ hüllt worden, das andere habe ich aber nie ergründen können.“
„Iſt das Myſterium, das man Ihnen enthüllt hat, ein Geheimniß?“
„Ja und neinz doch in jedem Falle halte ich mich für berechtigt, es mit Dir zu theilen. Du ſagteſt mir vor Tiſche, mein lieber Freund, ich ſei beſonders devot bei der Devoten geweſen, die ſich die Marquiſe de la Tournelle nenntz keider iſt hieran Wahres! Fräulein Yolande von Lamothe⸗Houdan heirathete im Jahre 1784 den Marquis Pentaltais de la Tournelle oder vielmehr die achtzig Jahre und die fünfzigtauſend Livres Rente des genannten Marquis; ſo daß ſie nach einer Ehe von ſechs Monaten Witwe, Marquiſe und Millionärin war. Sie zählte ſiebzehn Jahre und war reizend.— Nicht wahr, Du würdeſt ſchwören, ſie ſei immer ſechzig Jahre alt und nie ſchön geweſen? Schwöre, mein Freund, aber wette nicht: Du würdeſt verlieren!— Du mußt begreifen, daß Alles, was ſich an eleganten Cavalieren am Hofe von Ludwig XVI. fand, ſeine Huldigung der ſchönen Witwe darbrachte; doch, Dank ſei es einem ſehr ſtrengen Gewiſſensrathe, den ſie hatte, ſie wider⸗
he he
ter An En unk unz vor wel bra und dav ſepl kon Ide
Ich zu 1 wiß


