nd
em
eeee
12¹
„Ich habe ihn zweimal im Atelier von Regina geſehen.“
„Und Du findeſt ihn ſchmählich häßlich, nicht wahr? Das iſt natürlich!“
„Häßlich iſt nicht das richtige Wort, mein Oheim.“
„Du biſt ſehr großmüthig.“
„Ich ſage mehr,“ fuhr Petrus fort:„in den Au⸗ gen von vielen Leuten, für welche der Ausdruck des Geſichtes nichts bedeutet, kann der Graf Rappt ſogar für einen ſchönen Mann gelten.“
„Alle Teufel! ſo ſprichſt Du von Deinem Neben⸗ buhler!“
„Mein Oheim, man muß gerecht ſein, ſelbſt gegen einen Feind.“
„Du findeſt ihn alſo nicht häßlich?“
„Ich finde ihn ſchlimmer, als dies, mein Oheim: ich finde ihn ausdruckslos. Alles iſt kalt und unbe⸗ weglich wie Marmor an dieſem Menſchen und ſcheint durch einen gewiſſen materiellen Inſtinct nach der Erde hinzuſtreben; die Augen ſind trüb, die Lippen dünn und an einander gepreßt; die Raſe iſt rund, der Teint aſchfarbig; der Kopf unruhig, nie die Züge! Könnte man eine Eismaske mit einer lebendigen Haut bedecken, die jedoch durch die Circulation animirt zu ſein auf⸗ gehört hätte, ſo würde dieſes Meiſterwerk der Anatomie etwas dem Geſichte dieſes Menſchen Aehnliches geben.“
„Du ſchmeichelſt Deinen Portraits, Petrus, und will ich ein verſchönertes Andenken von mir der Nach⸗ welt hinterlaſſen, ſo werde ich Dich beauftragen, mein Bild für ſie zu malen.“
„Mein Oheim, ich bitte, kommen wir auf Herrn Rappt zurück.“
„Sehr gern.. Aber ſo wie Du Deinen Ne⸗ benbuhler findeſt, wunderſt Du Dich nicht, daß Regina einwilligt, ihn zu heirathen?“
„In der That, mein Oheim, eine Perſon von ſo reinem Geſchmacke, von ſo erhabener Schätzung!..


