119
„Und Sie ſind deſſen ſicher, mein Dheim?“ ſagte der junge Mann, der mit geſenktem Haupte und wie vom Blitze getroffen da ſaß.
„Frage Regina ſelbſt.“
„Gott befohlen!“ rief Petrus aufſtehend.
„Wie, Gott befohlen?“
„Ja, ich will ſie aufſuchen, und ich werde wohl erfahren
„Später wirſt Du es beſſer erfahren! Mache mir das Vergnügen und ſetze Dich wieder an Deinen Platz.“
3 mein Oheim...
„Es gibt keinen Oheim mehr, wenn der Reffe un⸗ dankbar iſt.“
„Ich, undankbar?“
„Gewiß, undankbar! Es heißt ein undankbarer
effe ſein, ſeinen Oheim am Anfange einer mühſamen Verdauung verlaſſen, ſtatt ihm ein Glas Curagav an⸗ zubieten, um dieſe Verdauung zu erleichtern.. Petrus, biete Deinem Oheim ein Glas Curagav an.“
Der junge Mann ließ ſeine beiden Arme fallen.
„Oh!“ murmelte er,„können Sie mit einem Schmerze wie der meine ſcherzen?“
„Kennſt Du die Geſchichte von der Lanze des
chilles?“
„Nein, mein Oheim.“
„Wie! das iſt die Erziehung, die Dir Dein See⸗ räuber von einem Vater gegeben hat? Er hat Dich nicht das Griechiſche lernen laſſen, nicht den Homer im Original leſen? Unglücklicher, Du biſt genöthigt, ihn in Madame Dacier oder in Herrn Bitaubs zu leſen? Nun wohl, ich will ſie Dir ſagen, die Geſchichte die⸗ ſer Lanze: ihr Roſt heilte die Wunde, welche ihre Spitze gemacht hatte. Ich habe Dich verwundet, mein
Kind; nun will ich es verſuchen, Dich zu heilen“
„Oh! mein Oheim! mein Oheim!“ murmelte


