118
zu heirathen, und dem Manne, zwei Frauen zugleich zu heirathen.“
„Zwei Männer?“
„Ja, das nennt man Bigamie, Polygamie; es iſt hierüber ein Lied in Monſieur de Po urceaugnac.“
„Ich verſtehe durchaus nicht, erklären Sie ſich.“
„Ehe vierzehn Tage vergehen, wird Fräulein von Lamothe⸗Honudan verheirathet ſein.“
„Unmöglich, mein Oheim!“ rief der junge Mann entſetzlich erbleichend.
„Unmöglich! das iſt wieder das Wort eines Ver⸗ liebten.“
„Mein Oheim, um des Himmels willen, haben Sie Mitleid mit mir! ſprechen Sie klarer.“
„Mir ſcheint, was ich ſage, iſt ſehr klar, und ich ſetze die Punkte auf die i: Fräulein von Lamothe⸗ Houdan wird heirathen.“
„Heirathen!“ wiederholte Petrus ganz betäubt.
„Und ich bin dafür bezahlt, daß ich es weiß, Gott ſei Dank! da ſie meinen vorgeblichen Sohn heirathet.“
„Mein Oheim, Sie werden mich raſend machen! Wer iſt dieſer angebliche Sohn?“
„Oh! beruhige Dich, er iſt nicht anerkannt, ob⸗
ſchon ſeine zärtliche Mutter Alles, was ſie konnte, ge⸗
than hat, damit er es werde.“
„Aber wen heirathet ſie denn?“
„Sie heirathet den Oberſten Grafen Rappt.“
„Herrn Rappt?“
„Herrn Rappt ſelbſt; ja, mein Neffe, den liebens⸗ würdigen, den redlichen, den ausgezeichneten Herrn Rappt.“
„Er iſt zwanzig Jahre älter als Regina.“
„Du kannſt ſogar ſagen vierundzwanzig, lieber Freund, in Betracht, daß er vom 11. März 1786 da⸗ tirt, und das macht vierundvierzig Jahre wohl gezähltz und da Fräulein von Lamothe⸗Houdan erſt ſiebzehn alt iſt. ei! rechne doch ſelbſt!“


