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Liebe hatte, war Petrus verliebt wie ein Wahnfinniger! Es erfaßten ihn oft tolle Verſuchungen, Leinwand und Pinſel auf die Seite zu legen, ſich Regina zu Füßen zu werfen und ihr zu ſagen, er bete ſie an. Trotz der bewunderungswürdigen Selbſtbeherrſchung, welche Re⸗ ging beſaß, ſchien es Petrus manchmal, das Auge des Mädchens verweile auf ihm mit einem Ausdrucke, den er zu Gunſten ſeiner Liebe deutete; aber neben dieſem gab ſich eine ſo erhabene Würde in den geringſten Ge⸗ berden von Regina kund, daß die Worte ſtarben, ehe ſie auf den zitternden Lippen des jungen Mannes ge⸗ boren waren; ſo daß er, nachdem er mit Regina in den Gefilden des Himmels umhergeſchweift war, wie ein hochmüthiger Titan, vom Blitze zerſchmettert, wieder auf die Erde niederfiel.
Was aber, außer der Ehrfurcht, die ihm Regina iſite ſeine Schüchternheit vermehrte, war ihre Um⸗
ebung.
Ihr Vater vor Allem, der Marſchall von Lamothe⸗ Houdan, ein alter Soldat des Kaiſerreichs, obgleich Edelmann von altem Geſchlechte, was er war, aber ſeit 1815 zu ſeinen royaliſtiſchen Grundſätzen zurückgekom⸗ men, und zum Marſchall gemacht beim ſpaniſchen Feld⸗ zuge im Jahre 1815, hatte unter Allem dem die Tra⸗ ditionen vielleicht mehr noch des ſiebzehnten, als des achtzehnten Jahrhunderts bewahrt; er war zugleich voll von Güte, Stolz und ſteifem Ernſte, beſonders in Be⸗ treff der Künſtler. Von Zeit zu Zeit kam er in den Papillon, der als Atelier diente, überwachte das Por⸗ trait ſeiner Tochter, und gab Petrus genau dieſelben Rathſchläge, die er einem einen Flügel ſeines Hotels ausbeſſernden Maurer gegeben hätte.
Sodann die alte übermüthige Perſon, welche Re⸗ gina an dem Tage begleitete, wo ſie den Maler auf⸗ ſuchte, damit er ihr Portrait mache. Dieſe Dame, eine Tante von Regina, Ramens Marquiſe de la Tournelle, war durch ihren verſtorbenen Gemahl mit dem ganzen


