Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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die er ihr ſonſt zu erzählen pflegte; doch ſie antwortete ihm nicht, ebenſo unempfindlich für ſeine Worte, ſeine Küſſe, ſeine Bitten, als die Sinnpflanze dort, wenn ihr Schlaf gekommen iſt, und ſie ihre Arme gekreuzt hat.

„Die Zeit verging indeſſen, und das kleine Mäd⸗ chen nahm den Trank nicht.

„Was war zu thun? Jedermann hatte es verſucht, und Jedermann war geſcheitert.

„Da war die Reihe an der Prinzeſſin, ſich ans Bett zu ſetzen, den Kopf der kleinen Kranken zu neh⸗ men und ſie zärtlich zu küſſen; und wenn ich ſage, die Prinzeſſin, ſo täuſche ich mich abermals: ich muß ſagen die Fee, denn es geſchah wirklich durch eine Macht über alle Mächte der Erde, daß die Kleine, welche die Augen ſeit dem Morgen geſchloſſen hatte, ſie plötz⸗ lich öffnete und mit freudigem Tone ausrief:

Sie erkenne ich, Sie ſind die Fee Ca⸗ rita.

„Die Augen aller Anweſenden befeuchteten ſich von Thränen, doch von Thränen des Glückes, wohl ver⸗ ſtanden: das Mädchen hatte die einzigen vernünftigen Worte geſprochen, die es ſeit dem vorhergehenden Tage geſagt.

„Jeder wollte hinzuſtürzen und Roſe⸗de⸗Noöl küſſen; doch der Arzt ſtreckte die Arme aus, ohne ein Wort zu ſprechen, aus Furcht, die menſchliche Stimme könnte plötzlich dieſen Funken auslöſchen, den die göttliche Stimme in ihr entzündet hatte.

„„Ja, meine liebe Kleine,““ ſprach mit fanftem

und ſehr langſam die Prinzeſſin,„„ja, ich bin e 1. Carita! Carita!““ wiederholte die Kleine mit einem ſolchen Ausdrucke, daß dieſer ſchöne Name, der in Aller Munde nur ein Name reizender als die andern war, in dem ihrigen etwas wie ein heiliger Geſang, wie ein ſüßes Lied wurde.

„„Liebſt Du mich, Roſette?““ fragte die Prinzeſſin.