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Die junge Frau hatte bis dahin kein Wort geſagt; die Impertinenz ihrer Gefährtin und zugleich die ehr⸗ erbietige Geduld von Petrus bemerkend, näherte ſie ſich dieſem, nahm nun ebenfalls das Wort und fragte:
„Sie, mein Herr, ſind der Maler eines Portraits, das bei der letzten Ausſtellung unter der Nummer 309 figurirte?“
„Ja, mein Fräulein,“ antwortete Petrus, ganz be⸗ wegt zugleich von der Schönheit dieſer jungen Perſon und von der Lieblichkeit ihrer Stimme.
„Wenn ich mich nicht irre, mein Herr, war es Ihr eigenes Portrait, nicht wahr?“
„Ja, mein Fräulein,“ ſagte Petrus erröthend.
„Nun wohl, mein Herr, ich wünſchte ein Portrait von mir in derſelben Weiſe gemacht zu haben; dieſes war von einem Tone, der mich entzückt hat. Ich beſitze ſchon acht bis zehn Portraits von mir, die meine Mut⸗ ter oder meine Tante malen ließen, doch keines befrie⸗ digt mich; wollen Sie es auch verſuchen, eine ſehr launenhafte, ſehr häkelige Perſon zu befriedigen?“
„Ich werde mich bemühen, und das wird eine große Ehre für mich ſein, mein Fräulein. 2
„Eine Ehre?“ unterbrach die alte Dame;„und warum wird es eine Ehre für Sie ſein?“
„Weil es nur einer Celebrität vergönnt ſein müßte, das Portrait einer Perſon von der Schönheit und dem Range von Fräulein von Lamothe⸗Houdan zu malen,“ antwortete Petrus ſich verbeugend.„
„Ah! Sie kennen uns, mein Herr?“ brummte die alte Dame.
„Ich kenne wenigſtens den Namen des Fräuleins,“ erwiederte Petrus. ₰
„Ich habe Ihnen geſagt, mein Herr, ich ſei lau⸗ nenhaft und häkelig; ich vergaß, Ihnen zu ſagen, ich ſei neugierig.“
Petrus verbeugte ſich als ein Männ bereit, die Reugierde des ſchönen Beſuches zu befriedigen.
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