e⸗ n er
ht
en
249
Bei dieſen letzten Worten, während Mina freudig in die Hände klatſchend ausrief:„Oh! welch ein Glück, Juſtin! Papa lebt noch!“ ſchaute Juſtin ſeine Mutter an, und als er ſah, daß ſie bleich war wie eine Todte, ſtieß er einen Schrei aus.
„Meine Mutter! meine Mutter!“ ſagte Juſtin.
Die Blinde ſtand auf und ging mit ausgeſtreckten Armen auf ihren Sohn zu: die Stimme hatte ſie geleitet.
„Du begreifſt, nicht wahr, mein Sohn,“ ſprach ſie, „Du begreifſt?“
Juſtin autwortete nicht, er ſchluchzte.
Mina ſchaute dieſe ſeitſame Scene an, ohne etwas davon zu verſtehen.
„Aber was haben Sie denn, Mama Corby?“ fragte ſie;„aber was haſt Du denn, Bruder Juſtin?“
„Du begreifſt, nicht wahr, mein liebes armes Kind,“ fuhr die Mutter fort,„Du begreifſt, daß Du Mina arm und eine Waiſe heirathen konnteſt?“
„Mein Gott!“ rief Mina, die zu errathen anfing.
„Du begreifſt aber auch, daß Du Mina nicht hei⸗ rathen kannſt, da ſie reich und von einem Vater ab⸗ hängig iſt?“
Meine Mutter, meine Mutter!“ rief Juſtin,„ha⸗ ben Sie Mitleid mit mir!“
„Das wäre ein Diebſtahl, mein Sohn!“ ſprach die Blinde, die Hand zum Himmel erhebend, als wollte ſie Gott beſchwören,„und wenn Du zweifelſt, ſo appellire ich an Alles, was von redlichen Leuten hier iſt, und es ſind hoffentlich nur redliche Leute hier.“
Juſtin ſank vor ſeiner Mutter auf die Kniee.
„Ah! Du begreifſt mich, da Du nun auf den Knieen liegſt,“ ſagte die Blinde.
Dann ſtreckte ſie die Hände über ihm aus, warf den Kopf zurück, als hätte ſie den Himmel ſehen können, und ſprach:


