Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

Roſas hatte ſich während der Wunder die durch die Revolution gegen Spanien hervorge⸗ bracht wurden in Buenos⸗Ahres befunden. Wer Muth beſaß, der ſuchte jetzt die Berühmtheit auf dem Schlachtfeld; wer Talent, Bildung und Klug⸗ heit beſaß, ſuchte ſie in den Rathsverſammlungen. Roſas war lüſtern nach Ruhm, aber welche Art von Ruhm konnte er erreichen? welchen Ruf konnte er erwerben, da er weder den Muth des Schlachtfeldes noch ſtaatsmänniſche Einſicht beſaß?

Jeden Augenblick hörte er irgend einen glor⸗ reichen Namen in ſeine Ohren ſchallen; es waren als Miniſter die Namen Rivadavia, Paſos d'Aguero; als Krieger, die Namen Saint⸗Martin, Balcarce, Rodriguez und Las Heras.

Und alle dieſe Namen, deren Lärm aus der Stadt kam und das Echo der Einſamkeit wach rief, erneuerten zu gleicher Zeit ſeinen Haß gegen dieſe Stadt die für Jederman Triumphe hatte, ihm ſelbſt aber nur das Exil geboten.

Aber ſchon damals träumte Roſas von der Zukunft und bereitete ſie dadurch vor daß er mit den Gauchos in den Pampas umherirrte. Er theilte das Elend des Armen, ſchmeichelte den Vorurtheilen des Mannes der Ebene, reizte ihn gegen den Städter auf, brachte ihm ſeine Kraft zum Bewußtſein, bewies ihm ſeine numeriſche Ueberlegenheit und ſuchte ihm begreiflich zu machen daß das Land nur ernſtlich zu wollen brauche um ſeinerſeits Herr der Stadt zu werden, die ſo lange Zeit als Königin geherrſcht habe.