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Sohn.“
„Meine Mutter, bedenkt, daß wir nicht nir Freunde, ſondern beinahe Brüder find.“ Catharina lächelte auf eine ſeltſame Weiſe „Gut!“ ſagte ſie.„Gibt es Brüder unter Könihen?“ „Oh! was das betrifft, wir waren Beide keine Könige, als wir dieſe Verbindung ſchloßen; wir ſollten es ſogar nie ſeyn, deßhalb liebten wir uns.“
„Ja, aber die Berhältniſſe haben ſich zu bieſer
Stunde ſehr verändert.“ „Wie, ſehr verändert?“ 1 „Ja, allerdings, wer ſagt Euch, daß Ihr nicht
Beide Könige ſeyn werdet?“
An dem Nervenbeben des Herzogs, an der Röthe,
die ſeine Sirne übergoß, ſah Catharina, daß ihr Streich
mitten in das Herz getroffen hatte.“
„Er,“ ſagte Alengon,„Heinrich, König? Und von welchem Reiche?“ „Von einem der herrlichſten der Chriſtenheit, mein
„Ah!“ rief Alengon erbleichend,„was ſagt Ihr da?“
„Das, was eine gute Mutter ihrem Sohne ſagen muß, das, woran Ihr mehr als ein Mal gedacht habt, Franz.“
„Ich,“ ſprach der Herzog,„ich habe an nichts gedacht, das ſchwöre ich Euch.“
„Ich will Euch wohl glauben, denn Euer Freund, Euer Bruder Heinrich, wie Ihr ihn nennt, iſt unter ſeiner ſcheinbaren Offenherzigkeit ein ſehr gewandter und ſehr verſchmitztes Herr, der ſeine Geheimniſſe beſſer be⸗ wahrt, als Ihr die Eurigen, Franz. Hat er Euch zum Beiſpiel je geſagt, daß Herr von Mouy ſein Agent iſt?“
Während Catharina dieſe Worte ſprach, tauchte ſie ihren Blick wie ein Stilett in die Seele von Franz.
Dieſer aber hatte nur eine Tugend, oder vielmehr ein hervorſpringendes Laſter: die Verſtellung. Er er⸗ trug alſo dieſen Blick ganz gelaſſen.
„Von Mouy!“ ſagte er erſtaunt, und als würde
Königin Margot. I. 20


