Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Uebrigens iſt ſie ſchön, ſprach die Königin, be⸗

ſtändig ihre geheimen Gedanken beantwortend,und man darf ſich über dieſe Leidenſchaft des Bearners nicht wundern.

Und beſonders Euerer Majeſtät ergeben, ſagte Rens,wenigſtens wie ich glaube.

Catharina lächelte und zuckte die Achſeln.

Wenn eine Frau liebt, ſagte ſie,iſt ſie irgend Jemand⸗ergeben, außer ihrem Geliebten? Du haſt ihr einen Liebestrank gemacht, Rens.

Ich ſchwöre Euch, nein, Madame.

Laſſen wir das gut ſein. Zeige mir das neus Opplat, von dem Du ſprachſt, und das ihr die Lippen noch friſcher und roſiger machen ſoll.

René näherte ſich einem Lichtſtrahle und zeigte Catharina ſechs neben einander gereihte, kleine, runde ſilberne Kapſeln.

Das iſt der einzige Liebestrank, den ſie von mir verlangt hat, ſagte René.Ich habe ihn allerdings, wie Euere Majeſtät ſagt, ausdrücklich für ſie bereitet, denn ſie hat ſo feine, zarte Lippen, daß ſie gleich ſehr beim Winde und bei der Sonne aufſpringen.

Catharina öffnete eine von den Kapſeln; ſie ent⸗ hielt einen Teig von dem reizendſten Karmin.

René, ſprach ſie,gib mir Teig für meine

Hände; es fehlt mir, und ich will davon mitnehmen.

René enifernte ſich mit der Kerze und ſuchte in einem beſondern Fache, was die Königin von ihm ver⸗ langte. Als er ſich jedoch ſchnell umwandte, glaubte er zu bemerken, wie Catharina mittelſt einer raſchen

Bewegung eine Kapſel nahm und unter ihrem Man⸗

tel verbarg. Er war zu ſehr vertraut mit ſolchen Ent⸗ wendungen der Königin Mutter, um ſo ungeſchickt zu ſein, ſich den Anſchein zu geben, als hätte er es be⸗ merkt. Er nahm den verlangten Teig, welcher in

einem mit Lilien bemalten Papiere enthalten war, und

überreichte ihn der Königin.