44 Paul Jones
Es war ein Jüngling von 22— 23 Zahren mit einem ſanften und blaſſen Geſicht und in einfacher aber eleganter Klei⸗
dung, den der Capitän noch nicht an Bord geſehen hatte. Er
lehnte mit übereinander geſchlagnen Armen am Beſanmaſt und blickte gleichgültig ja beinahe ſchwermüthig nach dem engliſchen Schiffe hin, das mit vollen Segeln heranſtürmte. Bei einem
Menſchen, der nicht eben im Waffendienſt ergraut iſt, mußte un⸗
ter den obwaltenden Umſtänden eine ſolche Ruhe befremdend er⸗
ſcheinen. Der Capitän dachte an den Gefangenen, welchen der
Graf von Auray angemeldet und auf der Rhede von Port⸗Louis nach der Indianerin gebracht hatte.
„Wer hat Ihnen Erlaubniß gegeben in dieſem Augenblicke auf's Verdeck zu kommen, mein Herr?“ fragte er ſo glimpflich als möglich, ſo daß ſeine Worte nicht als ein Vorwurf, ſondern als eine ſchlichte Frage genommen werden konnten.
„Niemand, mein Herr!“ antwortete der Gefragte in weh⸗ müthig ſanftem Tone;„indeſſen war ich der Anſicht, Sie wür⸗ den unter den jetzigen Umſtänden Ihrer Ordre weniger ſtreng nachkommen, wonach ich Ihr Gefangener bin.“
„Haben Sie aus der Acht gelaſſen, daß es Ihnen verboten iſt, mit der Schiffsmannſchaft zu verkehren?“
„Das bin ich auch in der That nicht Willens; ich will uß ſchen ob keine von dieſen Kugeln für mich gegoſſen iſt.“
„Wenn Sie an dieſem Platze bleiben, können Sie bald
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