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Johanna, die Jungfrau von Orleans : historischer Roman / von Alexander Dumas. Dt. von Heinrich Bourdin
Entstehung
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Jungfrau von Orleans. 39

„Johanna, Du haſt gezweifelt! Gott gebot Dir ſelbſt zu gehen und Du haſt einen Andern geſchickt. Aber Dir allein hat Gott die Gnade der Ueberredung ver⸗ liehen. Eile demnach vorwärts; denn alles kann wieder gut gemacht werden und durch Zögern geht alles zu Grunde.“

Die Jungfrau begriff, daß ſie nicht länger warten dürfe. Am Freitage nach dem heiligen Dreikönigstage 1429 brach ſie auf und langte in der Nacht zu Vaucvu⸗ leurs an. Ihr Oheim klopfte an die Thür des Wagners, ſeines Gaſtfreundes, und erhielt mit ſeiner Nichte Obdach. Johanna theilte nicht das Bett der Frau des Wagners, ſondern lag bis zu Tagesanbruch im Gebet. Wunderbar

geſtärkt in ihrer Zuverſicht ging ſie gegen 9 Uhr Mor⸗

gens allein zum Ritter von Baudricourt. Dieſer hatte eben Beſuch; es war der tapfre Ritter Jean von No⸗ velanpont, der erſt in der Nacht von Gien an der Loire eingetroffen war, um ſeinem Freunde Baudri⸗ court die Nachricht vom Tode des Grafen von Salis⸗ burh zu überbringen. Die Kriegsleute, welche ſich des Lachens nicht enthalten konnten, daß ein ſo ſchönes Mäd⸗ chen in ſo früher Tagesſtunde dem Ritter einen Beſuch abſtatten wollte, führten die Jungfrau in das Gemach zu ihrem Herrn, auf den ſie ſogleich mit den Worten zuſchritt: