12 Jungfrau von Orleans.
Auf Vater Durand's Geſicht lag das ſchlaue Lä⸗ cheln, wie es unſern Landleuten ſo eigenthümlich iſt. „Wir werden ſie auf die Probe ſtellen!“ dachte er bei ſich ſelbſt.
Jacques blickte ihr mit einiger Ungeduld entgegen. „Ich muß dem Dinge bald ein Ende machen!“ nahm er ſich vor.
Wit beſorgtem Geſicht ſtand die Mutter da.„Ich muß das arme Kind gegen die rauhen Männer beſchützen,“ dachte ſie.
Die Schweſter ſah ganz munter darein und beſorgte nichts Uebles.„Der Vater wird ſeine Bemerkung ma⸗ chen,“ dachte ſie höchſtens,„und dann bleibt die Sache doch beim Alten.“
Pierre warf einen Blick der Achtung, beinahe der Verehrung auf die Heranſchreitende.„So leben bloß die Heiligen des Himmels!“ dachte er.
Jeannette ſelbſt, auf die Aller Blicke geheftet wa⸗ ren, ſchritt wohl rüſtig auf ihre geliebte Familie zu, zeigte aburch die Unbeweglichkeit ihres Blickes, daß ihre Seele anderswo beſchäftigt ſein mochte.
„Eben recht, Nichte,“ redete ſie ihr Oheim an;„wir möchten gern wiſſen, wer der Ritter iſt, und Dein Bru⸗


