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ſeine elegante Tracht beibehalten*); ſo viel ſich end⸗ lich die Anderen Mühe gaben, ſich mit der Menge zu vermiſchen, eben ſo viel ſchien er ſich zu geben, um ſich über derſelben zu halten; und man begriff mit dem erſten Blicke, daß dieſer Menſch für die Menge nur ein Idol oder ein Opfer ſein konnte: er war das eine und wurde das andere.
Sie kamen an: eine ſchmale Treppe führte ſie zu einem im dritten Stocke liegenden Zimmer; Ro⸗ bespierre öffnete es: eine Büſte von Rouſſeau, ein Tiſch, auf welchem der Contral social und der Emile offen lagen, eine Commode und ein paar Stühle bildeten das ganze Mobiliar dieſes Zimmers. Nur herrſchte überall die größte Reinlichkeit.
Robespierre ſah, welche Wirkung dieſer Anblick auf Marceau hervorbrachte.
„Das iſt der Palaſt von Cäſar,“ ſagte er lä⸗ chelnd zu ihm;„was haben Sie vom Dictator zu erbitten?“
„Die Begnadigung meiner von Carrier verur— theilten Frau.“
*) Der gewöhnliche Anzug von Robespierre iſt ſo bekannt, daß er faſt ſprüchwörtlich geworden. Am 20. Prairial, dem Feſttage des Höchſten Weſens, deſſen Oberprieſter er war, erſchien er bekleidet mit einem hellblauen Fracke, einer geſtickten Monſſelineweſte mit einem roſa Futter; eine Hoſe von ſchwarzem Atlaß, weiße ſeidene Strümpfe und Schuhe mit Schnallen vervollſtändigten dieſes Coſtume. In derſelben Kleidung trng man ihn aufs Schaffot.
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