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Oui, que César soit graud, mais que Rome soit libre*).
Danton ſtand ganz auf, ſchaute rings umher mit dem Blicke eines Herrführers, der ſich verſichern will, daß Jeder auf ſeinem Poſten iſt, als plötzlich ſeine Augen ſich auf einen Punkt des Saales hefteten; das Gitter einer Parterreloge war emporgegangen; Robespierre ſtreckte im Schatten ſeinen ſpitzigen, bleichen Kopf hervor. Die Augen der zwei Feinde waren ſich begegnet und konnten ſich nicht mehr von einander losmachen; es lag in denen von Robespierre die ganze Ironie des Triumphes, der ganze Ueber⸗ muth der Sicherheit. Zum erſten Male fühlte Danton einen kalten Schweiß über ſeinen ganzen Körper laufen; er vergaß das Signal, das er geben ſollte; die Verſe gingen ohne Beifall und ohne Murren vorüber, er fiel beſiegt nieder: das Gitter der Par⸗ terreloge wurde aufgehoben, und Alles war geſche⸗ hen. Die Gyuillotineurs behielten die Oberhand über die Septembriſeurs; 93 verblendete 92.
Marceau, deſſen befangener Geiſt ſich mit etwas ganz Anderem als dem Trauerſpiele beſchäftigte, war vielleicht der Einzige, der, ohne ſie zu begreifen, dieſe Scene ſah, welche nur ein paar Secunden dauerte; er hatte indeſſen Zeit, Robespierre zu er⸗ kennen; unverzüglich ſtürzte er aus dem Balcon fort und kam noch früh genau, um ihm im Corridor zu begegnen.
*) Ja, Cäſar ſei groß, doch Rom. ſei frei.
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