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Kniee; denn, einen Fuß im Grabe, ertheile ich Euch meinen Segen, und der Segen eines Sterben⸗ den iſt heilig.“
Die erſtaunten Soldaten ſchwiegen; der Prieſter hatte aus ſeiner Bruſt ein Crucifix gezogen, welches er vor allen Durchſuchungen zu verbergen im Stande geweſen war; er ſtreckte es gegen ſie aus: im Be⸗ griffe, zu ſterben, betete er für ſie. Es trat ein Augenblick der Stille, ein feierlicher Augenblick ein, wo Jeder an Gott glaubte. Dann ſprach der Prie⸗ ſter:„Laßt uns gehen!“
Blanche warf ſich Marceau in die Arme.
„Oh! wenn Du mich verläſſeſt, und man mich ſo hier holt, wenn ich Dich nicht habe, um mir durch dieſe Thüre gehen zu helfen, oh! Marceau, ſtellſt Du Dir vor, ich! ich auf dem Schaffot! ich auf dem Schaffot fern von Dir, weinend und Dich rufend, ohne daß Du mir antworteſt! Ohl geh nicht, geh nicht! Ich werde mich ihnen zu Füßen werfen, ich werde ihnen ſagen, ich ſei nicht ſchuldig, ſie mögen mich mit Dir mein ganzes Leben im Gefängniſſe laſſen, und ich werde ſie ſegnen! Doch wenn Du mich ver⸗ läſſeſt... Oh! verlaſſe mich alſo nicht!“
„Blanche, ich bin ſicher, daß ich Dich rette, ich ſtehe für Dein Leben; in weniger als zwei Tagen werde ich mit Deiner Begnadigung hierher zurück⸗ kehren, und dann wird es nicht ein ganzes Leben des Gefängniſſes und des Kerkers, ſondern ein Leben von Luft und Glück, ein Leben der Freiheit und der Liebe ſein.“
Die Thüre ging auf, der Kerkermeiſter erſchien. Blanche umſchloß Marceau noch ſtärker mit ihren
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