Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Trügen mich mein Gedächtniß und Deine Aehn⸗ lichkeit nicht, ſo haben wir in Chollet mit einander gefrühſtückt. Wie kommt es, daß ich ihn ſeit jener Zeit nicht mehr in den Reihen des republicaniſchen Heeres geſehen?“

Blanche fühlte, wie ihre Kräfte ſie verließen: das durchdringende Auge von Delmar folgte den Fortſchritten ihrer Verwirrung, und ſie war nahe

varan, unter dieſem Blicke niederzufallen, als er ſich

von ihr abwandte und zu Marceau überging.

Da war es Delmar, der bebte. Der junge Ge⸗ neral hatte die Hand an den Griff ſeines Degens gelegt, den er krampfhaft preßte. Das Geſicht des Volksrepräſentanten nahm jedoch alsbald wieder ſeinen gewöhnlichen Ausdruck an; er ſchien das, was er ſo eben geſagt, völlig vergeſſen zu haben, faßte Mar⸗

ceau beim Arme, zog ihn in die Fenſtervertiefung, ſprach einige Augenblicke mit ihm über die gegen⸗ wärtige Lage der Vendee, und theilte ihm mit, er ſei nach Nantes gekommen, um ſich mit Carrier über neue ſtrenge Maßregeln zu bereden, welche gegen die Empörer zu nehmen nothwendig geworden. Er kündigte an, der General Dumas ſei nach Paris zu⸗ rückberufen, und als er ſich ſodann bald entfernte, ging er mit einem Gruße und mit einem Lächeln an dem Lehnſtuhle vorüber, in welchen Blanche den Arm von Marceau verlaſſend gefallen, und wo ſie bleich und kalt geblieben war.

Zwei Stunden nachher erhielt Marceau den Be⸗ fehl, ohne Verzug abzugehen, um ſich zur Weſtarmee zu begeben und dort wieder das Commando ſeiner Brigade zu übernehmen.

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