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leben, die am Tage vorher noch ſeine Kräfte ver⸗ zehrte und ihn einen nahen Tod als die einzige Schranke, welche der Schmerz nicht überſteigen kann, wünſchen ließ.
Von Anfang zu Marceau durch ein natürliches Gefühl von Dankbarkeit hingezogen, ſchrieb Blanche
dieſem Gefühle die verſchiedenen Gemüthsbewegun⸗
gen zu, die ſie ergriffen. War es nicht ganz einfach, daß ſie beſtändig die Gegenwart des Mannes wünſchte, der ihr das Leben gerettet hatte? Konnten ihr die Worte, die aus ſeinem Munde kamen, gleichgültig ſein? Mußte ſeine Phyſiognomie, die das Gepräge tiefer Melancholie an ſich trug, nicht das Mitleid erregen? und ſah ſie ihn ſie anſchauend ſeufzen, war ſie dann nicht immer bereit, zu ſagen:„Was kann ich für Sie thun, Freund, für Sie, der Sie ſo viel für mich gethan haben?“
Von dieſen verſchiedenen Gefühlen bewegt, welche jeden Tag eine neue Stärke erlangten, brachten Blanche und Marceau die erſte Zeit ihres Aufenthaltes in Nantes hin; endlich kam der für die Hochzeit der Schweſter des Generals feſtgeſetzte Tag.
Unter den Juwelen, die er für ſie hatte kommen laſſen, wählte Marceau einen koſtbaren, glänzenden Schmuck, den er Blanche anbot. Blanche ſchaute ihn Anfangs mit ihrer Mädchencoquetterie an, bald aber ſchloß ſie das Etui wieder.
„Geziemen ſich die Juwelen für meine Lage?“ ſagte ſie traurig,„Juwelen mir! während vielleicht mein Vater von Meierei zu Meierei ein Stück Brod für ſein Leben, eine Scheune zum Zufluchtsorte er⸗ bettelnd flieht; während ich ſelbſt geächtet... Nein,


