Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

202

Sie werden weniger erſtaunt ſein, wenn Sie mich kennen. Sie werden erfahren, durch welche Reihen⸗ folge von Umſtänden ich mit den Uebungen der Männer vertraut geworden bin; Sie ſehen ſo gut aus, daß ich Ihnen alle Ereigniſſe meines ſo jungen und ſchon ſo gemarterten Lebens ſagen will.

Jo, ja, doch ſpäter, erwiederte Marceau;wir werden Zeit dazu haben, denn Sie ſind meine Ge⸗ fangene, und um Ihretwillen werde ich Ihnen nicht die Freiheit geben. Was wir nun zu thun haben iſt, daß wir Chollet ſo raſch als möglich erreichen. Befeſtigen Sie ſich alſo auf Ihrem Sattel, und im Galopp, mein Cavalier!

Im Galopp! wiederholte die Vendeerin; und nach drei Viertelſtunden ritten ſie in Chollet ein. Der Obergeneral war auf der Mairie. Marceau ließ ſeine Gefangene und ſeinen Bedienten vor der Thüre und ging hinauf. Er erſtattete mit ein paar Worten Bericht über ſeine Miſſion, kam zurück und ſuchte mit ſeiner kleinen Escorte ein Lager im Gaſthauſe zu den Sansculottes, eine Inſchrift, welche auf dem Schilde die Worte: Zum großen heili⸗ gen Nicolaus erſetzt hatte.

Marceau nahm zwei Zimmer: er führte die junge Gefangene in eines derſelben und lud ſie ein, ſich

kleider denen ähnlich, welche man den Kindern anzieht. Die Weiber aus dem Volke gebrauchen nicht einmal dieſe Vorſicht, obſchon mich die Farbe ihrer Haut das Gegentheil glauben ließ.

A. D.