166
Wohl, ich werde darum mein Geld nicht wiederbe⸗ kommen.“
„Ich rede nicht von Ihrem Gelde, mein Freund; wären Sie aber von einem Einzigen beſtohlen worden, ſo wäre es Ihnen gewiß ſehr lieb, dieſen Einzigen in den Händen zu halten, um ihn beſtrafen zu laſſen.“
„Oh! und um ihn leiden zu laſſen, und zwar viel!“ ſagte Réveillon mit Naivetät.
„Sie ſehen wohl!“
„In der That,“ fuhr Réveillon ſich belebend fort, „es wäre eine ziemlich angenehme Zerſtreuung für mich, meine Diebe zu Tauſenden an einem großen Feuer gebraten zu ſehen; es ſind ſchon nicht Wenige im Terpentin meiner Keller geſtorben, als ſich das Feuer dort verbreitete; Viele wurden auch vergiftet oder verbrannt, da ſie meine Vitriole ſtatt des Brannt⸗ weins oder des Kirſchenwaſſers tranken.“
„Und Sie haben ſie nicht beklagt?“
„Nein, gewiß nicht! im Gegentheile, je mehr man mir ſagte, ſie ſeien zahlreich, deſto glücklicher und zufriedener war ich, und vom Eckthurme herab, wohin ich mich geflüchtet, und von wo aus ich mein Haus mit Schmerz betrachtete, ſah ich nicht ohne Intereſſe von Zeit zu Zeit einen von dieſen Schur⸗ ken, mit dem Kopfe voran, niedertauchen und mitten in die Flammen und in den Rauch fallen.“
„Ich werde Ihnen vielleicht nichts ſo Angeneh⸗ mes und beſonders nichts ſo Pittoreskes bieten; denn das Feuer macht bei Nacht einen herrlichen Effect, und die vom Vitriol und vom Terpentin erzeugten Flammen haben rothe, violette und gelbe Feuer, welche wunderbar ſchöne Reflexe hervorbringen.“


