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denn es war ein Mann mit ſpitziger Naſe, überragt von einer Brille, der ſeine Leute offenbar kannte.
Zum Glück ich nicht!“ antwortete Rétif, wäh⸗ rend er aufſtand, um ſich unter den Schutz der Schildwachen zu ſtellen.
„Ich,“ ſagte Auger mit einer gewiſſen Feſtigkeit.
„Alſo,“ ſprach der Commiſſär, indem er auf ihn zuſchritt,„alſo ſind Sie ſchuldig, die Demvoiſelle In⸗ génue Rétif, Frau Auger, ermordet zu haben.“
„Ich?“ rief der Mörder unwillkürlich zurück⸗ weichend.
„Ja, Sie, bei Gott!“
„Oh! wer konnte das ſagen? 2“ rief Auger, die Hände zum Himmel erhebend.
„Ei! Ihre Frau ſelbſt.“
„Meine Frau?“
„Oder, wenn ſie es nicht geſagt hat, hat ſie es
wenigſtens geſchrieben.“
„Meine Frau hat geſchrieben?“
„Schauen Sie das an,“ ſprach der Commiſſär, dem Elenden einen Brief reichend.
„Die Handſchrift von Ingénue!“ rief dieſer be⸗ ſtürzt;„was heißt das?“
„Mein Herr,“ erwiederte der Polizeicommiſſär mit einer erſchrecklichen Höflichkeit,„ich will Ihnen den Brief vorleſen; doch, da Ihre Kniee zittern, ſo haben Sie die Güte, ſich zu ſetzen.“
Auger wollte der Lage trotzen und ſtehend bleiben. Da las der Commiſſär mit lauter Stimme fol⸗ gendes Schriftſtück
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