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genheit zu verbergen, zum dritten Male dieſelbe Schüſſel genommen.
Während Auger plauderte, füllte Rétif Glas, legte ihm vor, und ſuchte ſich durch einen ſeltſamen Wortſchwall, oder durch ein ungewöhnliches Geräuſch auf dem Tiſche, oder durch das Zuſammenſtoßen von Geräthen zu betäuben.
Die Verblendung gewiſſer mißtrauiſchen Naturen iſt bei gewiſſen Fällen ein intereſſanter Gegenſtand der Beobachtung.
Auger errieth, fühlte nichts; er ſah nur ſeinen Schwiegervater ſehr erhitzt und erhitzte ſich mehr als er.
Man nahm den Braten in Angriff, als Auger, den Kopf ein wenig aufrichtend, horchte.
Rötif horchte auch, nur erbleichte er, während er horchte.
„Was haben Sie denn, Schwiegervater?“ fragte Auger. „Nichts!“ erwiederte der Schriftſteller; und er
ſchenkte ſeinem Schwiegerſohne ſo raſch und mit einer ſo heftig zitternden Hand zu trinken ein, daß er mehr als ein halbes Glas Wein auf das Ziſchtuch goß. „Wahrhaftig!“ rief Auger mit einem ſchallenden Gelächter,„ich erkenne Sie heute gar nicht mehr, Vater Rötif! Haben Sie etwa einen neuen Roman im Gehirne?“ in mein Schwiegerſohn, ganz richtig!“
„Ah!. Nun, ſo erzählen Sie mir das ein
wenig.“ „Gern, mein lieber Auger.“ „Iſt Liebe darin?“
ſi


