Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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auf keinerlei Art Tochter, Schweſter oder Nichte eines Literaten, wiederverheirathen würde.

Denn im Grunde haßte, ohne Zweifel aus In⸗ ſtinet, Auger den armen Rétif.

Und in den von uns erwähnten Träumen ſah er ſich, ſtatt in einer elenden, einſamen, verdrießlichen Stube ohne Meubles der Rue des Bernardins zu ſein, in einem guten kleinen Hauſe, das auf die Flu⸗ ren und die Wälder ging, comfortable, warm und re⸗ ſpectabel war.

Hier war er guter Gatte, guter Familienvater, reich! er hatte alle Tugenden!

Dieſer Menſch war ſo gierig nach einem guten Rufe, daß er eine Hälfte der Welt ermordet hätte, um die Achtung der andern zu erlangen.

Die Leute, welche keine Tugend im Herzen haben, ſind außerordentlich darauf verpicht, eine ſolche auf dem Kleide oder auf dem Geſichte zur Schau zu ſtellen.

Auger hatte in ſeinem Geiſte ſeine Abreiſe auf einen ſehr nahen Tag feſtgeſetzt: vielleicht beging er eine Unklugheit, daß er ſich hiemit in ſeinem Zimmer beſchäftigte; immerhin wollen wir, um den Leſer nicht ſchmachten zu laſſen, erzählen, was geſchah.

Es war am Montag den 16. Mai, alſo in der ſchönſten Zeit des Frühlings.

Paris iſt dann ganz Wohlgeruch; die Levkojen und die Maiblümchen beſtreuen die Straßen, die Veilchen und die Narciſſen durchbalſamen die Luft.

Kleine Blumenhändlerinnen laufen mit ihren Kör⸗ ben, wie lebendige Weihrauchpfännchen, in der Stadt umher.