Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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ſein Zimmer, um ſeine Schuhe und ſeinen Rock wie⸗ der anzuziehen, denn aus Sparſamkeit legte er dieſe Kleidungsſtücke ab, wenn er nach Hauſe kam.

Rötif beeilte ſich indeſſen, den Brief zu verbren⸗ nen, den er erhalten hatte, und der Rauch füllte noch das Zimmer, als Auger wieder eintrat.

Ei! was haben Sie da verbrannt? fragte Auger mit mehr Neugierde als Unruhe ſchauend.

Ein Blatt von meinem letzten Satze, antwor⸗ tete Rétif.

Warum dies?

Weil die Stelle ein wenig jovial war, und ich kein Herz mehr für die Freude habe, ſelbſt nicht ein⸗ mal in meinen Büchern, ſeit dem Tode meiner armen Tochter!

Auger zog ſein Taſchentuch und weinte ein wenig zum Nachtiſche.

Der Vater Rötif beharrte nicht bei dem Geſpräche; bald nahm Auger ſeinen Stock und ging aus, um ſich zur Arbeit zu begeben.

Rétif ſah ihn, hinter dem Fenſter verborgen, weggehen; als ſodann ſein Schwiegerſohn verſchwun⸗ den war, ging er ebenfalls aus; um jedoch keinen Verdacht zu erregen, hielt er bei einigen Kaufleuten von der Nochbarſchaft an, die ihn jeden Tag nach Neuigkeiten fragten, oder ihn zum zwanzigſten Male die Geſchichte ſeines Unglücks erzählen ließen.

Man hat keine Idee, wie ſehr das Volk von Paris die wiederholten Geſchichten liebt.

Sobald Rötif annehmen konnte, ſein Böſewicht habe Vorſprung genug, er es auch, ſeinen Gang fortzuſetzen.

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