136
Auger war übrigens den größten Theil der Zeit auswärts und kam zuweilen ſehr ſpät nach Hauſe, mochte nun das Geſchäft größer geweſen ſein, oder geſchah es aus irgend einem anderen Motive.
Denn, wenn man wohl überlegt hätte, welches Geſchäft hatte nun, da Réveillon keine Kaſſe mehr beſaß, der Kaſſier Auger zu verrichten?
Folgendes: Auger war ein Mann von Einbil⸗
dungskraft, Auger hatte ſich ein Amt geſchaffen,
Auger hatte ſich zum Inſpector der Demolirungs⸗ materialien gemacht, und man ſah ihn die Intereſſen des ruinirten Réveillon mit demſelben Eifer über⸗ wachen, welchen er anwandte, um ſeinen Schwieger⸗ vater zu pflegen.
Hatten am Ende des Tages die Arbeiter unter ſeinen Befehlen ein paar Bretter zuſammengebracht, deren Zuſtand eine neue Verwendung geſtattete, ſo war Auger glücklich wie Titus: Auger hatte ſeinen Tag nicht verloren.
Und er kam entzückt zum Vater Rétif zurück und ging in alle Einzelheiten dieſer täglichen Arbeit ein, ohne zu begreifen, wie ſehr er den Greis dadurch betrübte, daß er ſich jeden Tag wieder an den ver⸗ fluchten Ort begab, wo Rétif ſeine Tochter verloren, und daß er ihm jeden Abend durch eine neue Er⸗ zählung den Dolch ins Herz ſtieß.
Auger bekümmerte ſich aber, wie man leicht ein⸗ ſieht, ſehr wenig darum, daß er Rötif betrübte.
Das Einzige, um was er ſich bekümmerte, war, im Quartier ſeinen Ruf als redlicher Mann, als betrübter Witwer und als ehrfurchtsvoller Sohn feſtzuſtellen.
—
ſchi


