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„Und wohin ſoll ich gehen?“
„In den zweiten Stock. Ei! ich höre ſchon, daß man die Thüre öffnet.“
Der Gang war in der That kaum geöffnet, als ein Licht durch die Stangen des eiſernen Geländers erſchien.
Und eine Stimme ertönte von oben, eine ſcharfe, durchdringende Stimme.
„Was gibt es denn,“ fragte die Stimme,„und wer läutet ſo gewaltig?“
„Ein Kunde,“ ſagte der Kutſcher.
Sodann zu Chriſtian:
„Gehen Sie hinauf! gehen Sie hinauf, mein junger Herr; es iſt die Haushälterin des fraglichen Wundarztes... Soll ich Ihnen helfen?“
„Ich danke,“ erwiederte Chriſtian, indem er den Fuß auf die erſte Stufe ſetzte.
„Oh! bei meiner Treue, ja, Sie ſcheinen mir ſtark genug; und dann iſt die junge Dame federleicht. Aber, wie viel Blut, mein Gott! wie viel Blut! Ich will Sie hier unten erwarten, für den Fall, daß Sie meiner bedürfen ſollten.“
Chriſtian ſtieg langſam die Stufen hinauf, nicht als ob die junge Frau ſchwer auf ſeinen Armen gelaſtet hätte, ſondern bei jedem Schritte, den er machte, kam das Blut friſch und roth an die Lefzen der Wunde.
In dem Augenblicke, wo er über den Ruheplatz des erſten Stockes ging, that ſich eine Thüre auf, und es zeigten ſich einen Moment Köpfe von neu⸗ gierigen alten Weibern; als ſie dieſen jungen Mann voll Blut und dieſe ſterbende junge Frau ſahen,


