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Aufruhre des Faubourg Saint⸗Antoine, und ſie wurde
verwundet.“
„Ach! ja!“ rief der Kutſcher von ſeinem Fiacre
herabſpringend,„und ſogar ſehr gefährlich, denn Ihre Kleider ſind ganz roth von Blut.“
Und der brave Mann öffnete ſeinen Fiacre, in den ſich Chriſtian, Ingénue quer auf ſeinem Schooße haltend, ſetzte.
„Sie wollen einen Wundarzt, nicht wahr, mein junger Herr?“ fragte der Kutſcher.
„Ja, gewiß! Kennſt Du einen?“
„Oh! ja, Herr, und zwar einen ganz vortreff⸗ lichen.“
„Wie heißt er?“
„30 weiß ſeinen Namen nicht.“
„Du weißt ſeinen Namen nicht?“
„Man nennt ihn nur den Wundarzt der armen Leute.“
„Vorwärts! vorwärts!“
Der Kutſcher peitſchte ſeine Pferde auf eine ſo
kräftige Art, daß er ihnen begreifl ich machte, es ſei dringende Noth; ſie liefen auch, wie ſie nie gelaufen
waren.
Nach einer Viertelſtunde hielt der Fiacre vor
einer kleinen Thüre, in einer ſchmalen, finſteren, Chriſtian völlig unbekannten Straße.
Der Kutſcher ſtieg ab, läutete oder riß viel⸗
mehr an der an der kleinen Thüre angebrachten
Schelle, und dieſe Thüre öffnete ſich: dann half er
Chriſtian Ingénue aus dem Wagen herausheben. „So!“ ſagte der Kutſcher,„nun iſt ſie in guten Händen, gehen Sie!“


