Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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Die Zimmer waren voll von Menſcheu, welche Réveillon ſuchten. Da ſich aber leicht ſehen ließ, daß ſie ihn nicht

gefunden hatten, ſo dachte Ingénue, aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach habe ſich Réveillon, entweder um

ſich den Streichen dieſer Menſchen zu entziehen, oder um ſein Vermögen gegen ſie zu vertheidigen, in ſeine Kaſſe geflüchtet, und ſie eilte dahin.

Wir haben geſehen, wie ſie hier gerade in dem Augenblicke ankam, wo Auger beſchäftigt war, die Kaſſe und das Haus zu verbrennen, um das Gold zu ſtehlen.

Da geſchah es, daß Ingénue Alles bei dieſem gräulichen Schauſpiele vergeſſend ausrief:Oh! Elender, Sie ſind alſo auch ein Dieb?

Als ſich Auger von der erſten Beſtürzung erholt hatte, begriff er die ganze Gefahr der Lage.

Dieſe Frau mußte ſeine Mitſchuldige oder ſein Opfer werden.

Er kannte Ingénue und ihre Grundſätze zu gut, um einen Augenblick zu hoffen, ſie werde zu ſchweigen einwilligen.

Nichtsdeſtoweniger machte er indeſſen einen Ver⸗ ſuch bei ihr, und er ſagte mit bebender Stimme:

Laſſen Sie mich gehen! unſere Geſchicke haben nichts mehr mit einander gemein: Sie haben mich unabläßig gedemüthigt, Sie haben mich in Verzweif⸗ lung gebracht! Ich bin nicht mehr Ihr Mann, Sie ſind nicht mehr meine Frau; laſſen Sie mich gehen!

Ingénuebegriff, daß die Stunde, die ſie auf immer von ihrem Mannetrennen ſollte, dieſe Stunde, um die ſie den Himmel ſo dringend und beharrlich gebeten hatte, gekommen war.

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